HOCHZEITSBECHER.DE
 
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Was ist ein Hochzeitsbecher (historisch Brautbecher)?

Das ist ein Becher in Frauengestalt mit einem zweiten drehbaren Gefäß, so daß Braut und Bräutigam mit einiger Geschicklichkeit gleichzeitig daraus trinken können. Nach der Legende des Brautbechers hatte sich ein Goldschmied in die Tochter eines Herzogs verliebt. Als der Herzog davon erfuhr, kam der Goldschmied in den Kerker. Das Herzogtöchterchen flehte um die Freiheit ihres Geliebten. Schließlich sagte der Herzog: " Wenn dein Goldschmied einen Becher schmieden kann, aus welchem zwei zur gleichen Zeit trinken können, ohne einen Tropfen zu verschütten, werde ich ihn freilassen, und du darfst seine Frau werden." Insgeheim war der Herzog davon überzeugt, daß dies dem Goldschmied nicht gelingen würde. Dessen geschickte Hände gestalteten jedoch auf einem rockförmigen Becher seine tugendhafte und schöne Geliebte, welche mit erhobenen Händen einen zweiten, beweglichen und drehbaren Becher hielt. Damit ist es für ein Paar leicht, die beiden gefüllten, miteinander verbundenen Becher gleichzeitig zu leeren. So entstand der Brautbecher, bis heute ein Symbol für gegenseitige Anpassung und Liebe.

 


 

Diese alte "Harmonieprobe" wurde einfach aus Kostengründen in vielen Gegenden durch das "billigere" Baumstammsägen mit einer Zweihand-Blattsäge ersetzt. Nun erfreut sich der Vorgänger vom Baumstammsägen, die ältere Version der Harmonieprobe, wieder zunehmender Beliebtheit, bleibt doch so ein Familien-Erbstück, welches weitervererbt werden kann.

 

Historisch gesehen gehören die Brautbecher zu den Scherzgefäßen der Renaissance. Daher haben die wenigen Originale aus dieser Zeit meist die sog. spanische Hoftracht mit Halskrause, Puff-Ärmelchen und Chatelain. Brautbecher-Originale stehen in den berühmtesten Museen der Welt, so unter anderem zwei in der Eremitage in St. Petersburg, zwei im Grünen Gewölbe in Dresden, im Reichsmuseum Amsterdam und im Albert & Victoria Museum London. Im Kunsthandel würden solche Silber-Originale heute zwischen 46.000,-Euro und 66.000,-Euro kosten. Frauenrechtlerinnen, welche am Brautbecher heute beanstanden, daß die Frau das kleinere Gefäß bekommt, sei gesagt, daß die frühen skandinavischen Brautbecher aus Holz und aus Walroßbein durchaus zwei gleichgroße Gefäße hatten. Den guten Gold- und Silberschmieden der Renaissance erschienen solche Becher aber disproportioiniert.